Arbeitszimmer

ArbeitszimmerDas häusliche Arbeitszimmer ist für viele Existenzgründer, Unternehmer und selbständige Freiberufler die wichtigste Basis, um auf eigenen Beinen zu stehen und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Nicht jedes Zimmer im eigenen Haushalt ist jedoch als häusliches Arbeitszimmer im Sinne des Steuerrechts geeignet; vielmehr sind hier angesichts zahlreicher Änderungen im Steuerrecht und in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) einige Dinge zu beachten, damit die Kosten für ein Home-Office auch tatsächlich als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig sind. Auch bei der Ermittlung der Kosten für ein Arbeitszimmer gibt es Tricks und Kniffe, die zwar zum Rechnen zwingen, aber die Steuerlast deutlich verringern können.

Aktuelle Rechtslage im Steuerrecht

Rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2007 führte der Gesetzgeber mit dem Jahresteuergesetz 2010 (JStG 2010) den beschränkten Abzug der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von EUR 1.250,00 für die Fälle wieder ein, in denen dem Steuerpflichtigen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (§ 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 2 und 3, 1. HS EStG). Unverändert blieb der unbeschränkte Abzug der Kosten für ein Arbeitszimmer, sofern sich der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit hier befindet. In allen anderen Fällen ist und bleibt der Abzug der Kosten ausgeschlossen.

Was ist ein häusliches Arbeitszimmer?

Nach der Rechtsprechung des BFH ist ein häusliches Arbeitszimmer i.S.d. § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG ein Raum, der nach seiner

  • Funktion, Ausstattung und Lage in die häusliche Sphäre eingebunden ist,
  • vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer bzw. organisatorischer Arbeiten und
  • nahezu ausschließlich zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken

dient.

Nach dieser Definition handelt es sich bei Lager-, Werkstatt- und Ausstellungsräumen nicht um häusliche Arbeitszimmer im Sinne der o.g. Vorschrift, so daß auch die darin geregelte Abzugsbeschränkung nicht gilt. Das Gleiche gilt für Räume mit intensivem Publikumsverkehr und Räume für fremde bzw. nicht haushaltszugehörige Mitarbeiter.

Mittelpunkt der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit

Mit Wirkung ab 01.01.2007 muss das häusliche Arbeitszimmer grundsätzlich den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit darstellen. Ob dies der Fall ist, beurteilt sich nach dem qualitativen Schwerpunkt der Gesamttätigkeit und wo diese ausgeübt wird. Die zeitliche Nutzungsdauer des Arbeitszimmers ist hierbei zwar ein Indiz, aber nicht das entscheidende Kriterium. Vielmehr wurden diverse Fallguppen gebildet, um Sachverhalte in der Praxis zu lösen.

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