Kleinunternehmerregelung § 19 UStG

Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG dient zur Verwaltungsvereinfachung zugunsten selbständiger Unternehmer und Freiberufler mit geringen Umsätzen. Es besteht ein Wahlrecht, das in der Regel zu Beginn der Selbständigkeit auszuüben ist. Hiernach können Kleinunternehmer gegenüber ihren Kunden auf die Erhebung von Umsatzsteuer verzichten. Im Gegenzug sind sie dann vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Dieses Wahlrecht ist jedoch davon abhängig, dass bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschritten werden. 

Inhalt:

  1. Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG
  2. Umsatzgrenzen zur Kleinunternehmerregelung
  3. Rechnung der Kleinunternehmer
  4. Weiterführende Hinweise zur Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG

Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG bezweckt in erster Linie eine Verwaltungsvereinfachung für selbständige Unternehmer, Freiberufler und Künstler mit geringen Umsätzen. Existenzgründer entscheiden sich regelmäßig zu Beginn der Selbständigkeit, ob sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen wollen. Diese Entscheidung wird dem Finanzamt im Rahmen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung mitgeteilt (vgl. unter Formulare). Wird die Anwendung der Kleinunternehmerregelung bejaht, besteht eine Bindung an die Entscheidung für die folgenden 5 Jahre, es sei denn, daß die entsprechenden Voraussetzungen später wieder wegfallen.

Vereinfacht ausgedrückt folgt aus der Anwendung der Kleinunternehmerregelung die Befreiung von der Verpflichtung

  • zum Ausweis der Umsatzsteuer in den Rechnungen und
  • der regelmäßigen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen.

Im Gegenzug ist der Kleinunternehmer jedoch vom Vorsteuerabzug aus den Rechnungen seiner Lieferanten und Dienstleister ausgeschlossen. Um aus der Kleinunternehmerregelung keine Nachteile zu erleiden, sollte man daher die Vor- und Nachteile kennen.

Umsatzgrenzen zur Kleinunternehmerregelung

Die Regelung in § 19 UStG ist eine Vereinfachung für Unternehmer, Freiberufler und Künstler mit geringen Umsätzen. Sie ist daher davon abhängig, dass die maßgebliche Umsatzgrenze im Vorjahr eingehalten wurde und die Umsatzgrenze im laufenden Wirtschaftsjahr voraussichtlich nicht überschritten wird. Der Nachweis für die Einhaltung der Umsatzgrenze im Vorjahr erfolgt durch die Umsatzsteuererklärung gegenüber dem Finanzamt.

Seit 01.01.2020 sind folgende Umsatzgrenzen zu beachten:

  • EUR 22.500,00 im Vorjahr (Gründungsjahr);
  • EUR 50.000,00 im laufenden Jahr.

Im Jahr der Unternehmensgründung muss der Kleinunternehmer den Umsatz des laufenden Geschäftsjahres schätzen, im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beziffern und auf Nachfrage des Finanzamts ggf. glaubhaft machen. Hier kommt es allein auf den voraussichtlichen Jahresgesamtumsatz im Gründungsjahr an. Bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit im Laufe des Jahres muß der geschätzte Umsatz auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Umsatz für das folgende Geschäftsjahr (d.h. für das 2. Wirtschaftsjahr) die Umsatzgrenze von 50.000,00 Euro nicht überschreitet. Im 2. Geschäftsjahr erfolgt das Prüfungsschema anhand der tatsächlichen Zahlen des Vorjahres und einer gewissenhaften Schätzung.

Rechnung der Kleinunternehmer

Eine wesentliche Besonderheit im Falle der Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist die vom Normalfall abweichende Rechnung der Kleinunternehmer. Anders als üblich weisen Kleinunternehmer in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus. Selbst ein Umsatzsteuersatz wird nicht angegeben, insbesondere bei den sog. Kleinbetragsrechnungen. Stattdessen erscheint auf der Rechnung der Kleinunternehmer ein ausdrücklicher Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG (Musterrechnung für Kleinunternehmer).

Im Übrigen gelten jedoch die gleichen gesetzlichen Anforderungen an die Gestaltung und die inhaltlichen Angaben auf den Rechnungen wie bei anderen Unternehmen.

Weiterführende Hinweise zur Kleinunternehmerregelung

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