Zuschüsse für Existenzgründer

In Deutschland gibt es unzählige Förderprogramme und Fördermittel für Existenzgründer, von denen auch einige als Zuschüsse gewährt werden. Die meisten sind jedoch zweckgebunden oder an besondere Voraussetzungen geknüpft. Vor dem Startup muß der Existenzgründer regelmäßig durch Vorlage eines Businessplans nachweisen, daß die Selbständigkeit auf Dauer angelegt ist und Aussicht auf Erfolg hat. Leider ist der Markt der Fördermittel für Existenzgründer ständig in Bewegung ist und infolgedessen kann auch dieser Beitrag keinen Anspruch auf ständige Aktualität und Vollständig erheben. Existenzgründer mit Finanzierungsbedarf sollten sich daher stets mit einem Gründungsberater bei Handels- und Handwerkskammern, Fachverbänden, regionalen oder städtischen Wirtschaftsfördergesellschaften oder Hochschulen in Verbindung setzen und weitere aktuelle Informationen einholen.

Öffentliche Fördermittel für Existenzgründer und junge Unternehmer

Öffentliche Fördermittel sind Finanzierungshilfen oder Bürgschaften europäischer Institutionen, des Bundes oder der Länder und werden in erster Linie für Investitionen anlässlich einer Existenzgründung gewährt. Die meisten davon sind zweckgebunden und an besondere Voraussetzungen geknüpft, ohne daß auf diese Leistungen ein Rechtsanspruch besteht. In vielen Fällen werden die Fördermittel als zinsgünstige Darlehen mit langen Laufzeiten und tilungsfreier Zeit in den Anfangsjahren ausgezahlt.

Bei den Fördermitteln für Existenzgründer unterscheidet man üblicherweise zwischen

  • Zuschüssen,
  • Eigenkapitalhilfen,
  • Darlehen und
  • Bürgschaften,

die isoliert oder in Kombination beantragt werden können.

Zuschüsse für Existenzgründer

Ein Zuschuß für Existenzgründer hat den großen Vorteil, daß die gewährten finanziellen Mittel nicht zurückgezahlt werden müssen und ohne direkte Gegenleistung gewährt werden. In Deutschland gibt es unzählige Arten von Zuschüssen für Existenzgründer und Unternehmen, insbesondere zur Investitionsförderung oder Kostenersparnis und im ökologischen Bereich.

Gründungszuschuß für Existenzgründer

Der Gründungszuschuß für Existenzgründer ist die in der Praxis wohl bekannteste Variante der Zuschüsse. Er wird gewährt, um Gründer aus der Arbeitslosigkeit in der Gründungsphase bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit finanziell zu unterstützen. Inzwischen ist die Gewährung des Gründungszuschusses für Existenzgründer in das Ermessen der Bundesagentur für Arbeit gestellt, die auch die Voraussetzungen und insbesondere den Businessplan prüft.

Eingliederungszuschuss bei Einstellung förderungsbedürftiger Mitarbeiter

Arbeitgeber können zur Eingliederung förderungsbedürftiger Mitarbeiter einen Eingliederungszuschuss zum Arbeitsentgelt beantragen, wenn dies zum Ausgleich einer Minderleistung wegen persönlicher Gründe des Mitarbeiters angezeigt (Eingliederungszuschuss). Förderhöhe (max. 50% des gezahlten Entgelts) und Förderdauer (max 12 Monate) richten sich nach dem Umfang der Einschränkung der Arbeitsleistung des Mitarbeiters und nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes (Minderleistung). Bei älteren, behinderten und schwerbehinderten Menschen ist auch eine höhere und längere Förderung möglich.

Beratungszuschuß für Existenzgründer

Bei der Vorbereitung einer Existenzgründung können sich Existenzgründer von besonders geschulten Unternehmens- bzw. Existenzgründungsberatern beraten lassen. Eine Reihe von Bundesländern bietet zu diesen kostenpflichtigen Beratungsleistungen einen Beratungszuschuss an. Förderfähig sind Beratungs- und Coachingmaßnahmen zu wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen mit dem Ziel, die Erfolgsaussichten der Existenzgründung zu erhöhen und nachhaltig zu sichern. Das Existenzgründungsportal des BMWi hat eine Übersicht mit den einzelnen Institutionen in den jeweiligen Bundesländern zusammengestellt, bei denen ein Beratungszuschuß beantragt werden kann.

Zuschüsse für junge Unternehmer

Auch Existenzgründer, die bereits mit einem Unternehmen gestartet sind, können bei der KfW Mittelstandsbank oder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Antrag auf einen Beratzungszuschuss stellen.

EXIST- Gründerstipendium

Studenten oder Absolventen einer Hochschule können beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen Antrag auf ein EXIST-Gründerstipendium stellen, und zwar bis zu 5 Jahre nach Beendigung des Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit. Das EXIST Programm richtet sich daher vor allem an Existenzgründer in akademischen Berufen nach Abschluß eines Hochschulstudiums. Diese Existenzgründer erhalten aus dem EXIST- Programm finanzielle Mitte für Lebensunterhalt und die soziale Absicherung sowie Sachmittel für Investitionen und Beratung. Die Einreichung eines Antrags auf ein EXIST- Gründerstipendium erfolgt über eine Hochschule oder ein Forschungsinstitut, wobei das Projekt von einem Professor betreut wird.

EXIST- Forschungstransfer

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert auch die Entwicklung neuer Forschungsvorhaben in der Bio-, Medizin- und Umwelttechnik. Mit dem EXIST- Forschungstransfer sollen die jeweils besten Produktideen im Stadium der Entwicklungsarbeiten und während der Konzeption des Businessplans voll bezuschusst werden. Im Anschluss daran kann der Existenzgründer für das neu entstandene Unternehmen und für die weitere Phase der Existenzgründung einen Zuschuss in Höhe von bis zu EUR 150.000,00 erhalten. Begleitend werden die Existenzgründer laufend durch professionelle Berater trainiert und gefördert.

 

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