Freiberufler, freier Mitarbeiter oder Freelancer

Mitarbeiter gesucht! Die Begriffe Freiberufler, freier Mitarbeiter und Freelancer sind unterschiedliche Begriffe zur Beschreibung des rechtlichen Status einer natürlichen Person im Verhältnis zu einem Unternehmen, wobei sich teilweise auch Überschneidungen ergeben. Nichtsdestotrotz ist immer wieder festzustellen, dass die Begriffe oft miteinander verwechselt werden. Der nachfolgende Artikel soll hier etwas Klarheit bringen, was man unter Freiberufler, freier Mitarbeiter und Freelancer versteht.

Freiberufler

Ein Freiberufler, z.B. ein Tierarzt, Rechtsanwalt oder Architekt, kann als selbstständiger Freiberufler, als freier Mitarbeiter oder auf Basis eines Arbeitsvertrages als Angestellter für andere Freiberufler tätig sein. Welche Tätigkeiten als freiberufliche Tätigkeiten qualifiziert werden, ergibt sich im wesentlichen aus § 18 Abs. 1 EStG, wo die sog. Katalogberufe definiert werden. Eine Selbständigkeit ist im Gegensatz zur Scheinselbständigkeit davon geprägt, dass man über die eigene Arbeitszeit, den Arbeitsort und die Art und Weise der Arbeitserbrinung grundsätzlich frei entscheiden kann. Während der selbständige Freiberufler auf eigenen Namen und auf eigene Rechnung arbeitet und somit auch das wirtschaftliche Risiko seiner Tätigkeit trägt, ist der angestellte Freiberufler ganz normaler Angestellter in einem anderen Unternehmen mit den gleichen Rechten und Pflichten, die sich aus seinem Arbeitsvertrag ergeben. Ein selbständiger Freiberufler muss seinen jährlichen Gewinn im Wege einer Einnahmenüberschußrechnung (Anlage EÜR) ermittelt, während der angestellte Freiberufler im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung nur eine Anlage N auf Basis seiner Lohnsteuerbescheinigung ausfüllen muss.

Freier Mitarbeiter

Als freier Mitarbeiter muß man nicht unbedingt Freiberufler sein, da es freie Mitarbeiter sowohl im freiberuflichen als auch im gewerblichen Bereich gibt. Vielmehr erhält der Begriff „freier Mitarbeiter“ seine Bedeutung unter arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Aspekten, da man zwar offiziell als selbständiger Einzelunternehmer in einem Betrieb beschäftigt wird, aber oft nur zur Vermeidung oder Verschleierung eines sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnisses. Deshalb wird beim freien Mitarbeiter regelmäßig das Thema Scheinselbständigkeit diskutiert und auch geprüft, wobei nur eine Statusfeststellung durch die Deutsche Rentenversicherung auf Basis einer Gesamtbetrachtung des Einzelfalls für beide Seiten Rechtssicherheit bringt. Arbeits- und sozialversicherungsrechtlich erbringt ein freier Mitarbeiter auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung (i.d.R. bezeichnet als „Freier Mitarbeitervertrag“) eine selbständige Tätigkeit gegen entsprechende Vergütung, wenn er keinen Weisungen hinsichtlich Art, Ort und Zeit der Auftragserbringung unterliegt und nicht in den Betrieb des Auftraggebers eingebunden ist. Aus diesen Gründen muß man sich merken, daß ein freier Mitarbeiter weder Freiberufler noch zwingend selbständig tätig ist.

Freelancer

Ein Freelancer ist eigentlich nichts anderes als ein freier Mitarbeiter, wobei sich der Begriff regelmäßig in den kreativen Bereichen IT, Software, Multimedia, Werbung, Kunst und Musik durchgesetzt hat, wo freie Mitarbeiter häufig für ein bestimmtes Projekt beschäftigt werden und ihr Wissen und Können von vornherin auf bestimmte Zeit zur Verfügung stellen. Auch Freelancer gibt es sowohl im freiberuflichen als auch im gewerblichen Bereich. Entsprechende Projekte findet man auf sog. Freelancer-Börsen oder Marktplätzen im Internet, z.B. unter freelancer.de.

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