Die Buchhaltung

Einnahmen und Ausgaben in der BuchhaltungDie Buchhaltung ist ein Teil des Rechnungswesens im Unternehmen und die Basis der externen Rechnungslegung einschließlich des Jahresabschlusses für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Buchhaltung im Sinne einer Doppelten Buchführung bildet die Grundlage für die Rechnungslegung und Gewinnermittlung zum Ende des Wirtschaftsjahres, die sowohl selbständige Unternehmer oder Freiberufler wie auch Personen- oder Kapitalgesellschaften erstellen müssen, sei es in Form einer einfachen Einnahmen- Überschußrechnung (EÜR), eines Vermögensvergleichs oder im Rahmen einer Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen.

Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB)

Da die Auswertungen aus den Daten der Buchhaltung immens wichtig sind (z.B. für den Unternehmer selbst, für den Geschäftsführer einer GmbH oder für die Bank, die über ein Darlehen an das Unternehmen entscheiden muß), wurden die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) entwickelt, von denen die meisten durch das Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG) vom 19.12.1985 kodifiziert wurden. Dadurch sollte sichergestellt werden, daß die entsprechenden Ergebnisse und Auswertungen nach allgemein gültigen Regeln ermittelt wurden, z.B. die betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) oder die laufenden Steuervoranmeldungen (insbesondere die Umsatzsteuer-Voranmeldungen).

Buchführungspflicht und Buchhaltung

Eine Buchführungspflicht kann sich aus dem Handels- oder Steuerrecht ergeben. Zahlreiche Rechtsformen sind bereits nach Handelsrecht verpflichtet, Bücher zu führen und aufgrund von Bestandsaufnahmen Jahresabschlüsse zu erstellen. Darüber hinaus kann sich unter gewissen Voraussetzungen auch allein aus dem Steuerrecht eine Buchführungspflicht ergeben.

Eine Buchführungspflicht nach Handelsrecht ergibt sich gem. § 238 Abs. 1 HGB für alle Kaufleute, insbesondere für die nachfolgenden Handelsgesellschaften:

  • Kommanditgesellschaften (KG) incl. GmbH & Co. KG,
  • Offene Handelsgesellschaften (OHG),
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH, UG),
  • Aktiengesellschaften (AG).

Darüber hinaus kann sich eine originäre Buchführungspflicht auch aus dem Steuerrecht ergeben, sofern die in § 141 AO genannten Grenzen überschritten werden. Dies betrifft in der Praxis häufig die gewerblichen Einzelunternehmen und die Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), die nicht unter das Handelsrecht fallen, aber deren Gewinn die Grenze von 50.000 Euro im Wirtschaftsjahr überschreitet.

Die handelsrechtliche Buchführungspflicht beginnt

  • bei der AG, GmbH und UG mit der Gründung durch Abschluß eines Gesellschaftsvertrages und
  • bei der OHG, KG und GmbH & Co. KG mit Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit.

Die originiäre Buchführungspflicht gem. § 141 Abs. 1 AO beginnt mit Beginn des Wirtschaftsjahres, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung folgt, durch welche das Finanzamt auf den Beginn der Buchführungspflicht hingewiesen hat.

Beispiel: Das Finanzamt München IV. teilt der Mustermann und Musterfrau GbR mit Schreiben vom 17.08.2012 mit, daß einer der in § 141 Abs. 1 AO definierten Grenzen überschritten wurde und daher Buchführungspflicht besteht. Die Mustermann und Musterfrau GbR unterliegt infolgedessen ab 01.01.2013 der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht.

Die Buchführungspflicht endet erst mit der Veräußerung des letzten Vermögensgegenstands, Realisierung der letzten Forderung und Begleichung der letzten Verbindlichkeit einschließlich der Auskehrung etwaiger Überschüsse an die Gesellschafter.

Keine Buchung ohne Beleg

Einer der wichtigsten Grundsätze betreffend die Buchhaltung ist die Regel „keine Buchung ohne Beleg“, da die Geschäftsvorfälle in einem Unternehmen stets anhand eines Belegs erfaßt und in die Bücher eingetragen werden. Die Buchführung ist sozusagen die Summe aller Geschäftsvorfälle, so dass man anhand planmäßiger und vollständiger Aufzeichnungen die mengen- und wertmäßigen Veränderungen des Vermögens (= Aktiva) und der Schulden (= Passiva) eines Unternehmens nachvollziehen kann.

Beispiel:

Einzelunternehmer A stellt seinem Kunden B eine Rechnung über eine Warenlieferung aus. Mit dem Ausgang der Rechnung erzielt A einerseits einen Umsatz, andererseits erhöht sich der Bestand der Forderungen von A (Forderung gegen B). Der Buchungssatz lautet also: Forderung gegenüber B (= Debitoren) an Umsatzerlöse.

Verantwortung und Haftung

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Buchführung und Bilanzierung obliegt den

  • haftenden Gesellschaftern (OHG, KG, GmbH & Co. KG),
  • dem Vorstand bzw. dessen Vertetern (AG) oder
  • den Mitgliedern der Geschäftsführung (GmbH, UG).

Die Aufgabe der ordnungsgemäßen Buchführung kann zwar im Rahmen der haftenden Gesellschafter oder Geschäftsführungsorgane auf Einzelne bzw. an Mitarbeiter oder Steuerberater übertragen werden, aber eine vollständige Entlastung aus der Haftung für Verstöße, Fehler oder Pflichtverletzungen ist nur unter engen Voraussetzungen möglich.

Weitere Infos und Software

Unter buchhaltung.de liefert der Freiburger Software-Hersteller Lexware viele aktuelle Infos, Tipps und Tricks zur Buchhaltung mit hohem praktischen Bezug. Mit dem jährlich aktualisierten Programm „Buchhalter“ verkauft Lexware auch die notwendige Software, um die Buchhaltung im eigenen Hause zu erledigen, insbesondere für kleinere Unternehmen und Freiberufler.

Einen guten Überblick über die am Markt erhältliche Software zum günstigen Preis für Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Reisekostenabrechnung oder das Kassenbuch findet man auch unter formblitz.de*.

Wer seine laufende Buchführung einem Steuerberater überträgt, muß abhängig vom Jahresumsatz mit folgenden monatlichen Kosten rechnen:

  • bei einem Jahresumsatz bis zu EUR 15.000,00 – zwischen EUR 15,00 und EUR 35,00;
  • bei einem Jahresumsatz bis zu EUR 50.000,00 – zwischen EUR 30,00 und EUR 55,00;
  • bei einem Jahresumsatz bis zu EUR 100.000,00 – zwischen EUR 45,00 und EUR 90,00;
  • bei einem Jahresumsatz bis zu EUR 300.000,00 – zwischen EUR 115,00 und EUR 200,00;
  • bei einem Jahresumsatz bis zu EUR 500.000,00 – zwischen EUR 164,00 und EUR 300,00.

Die genannten Zahlen sind nur Orientierungswerte, die sich aus § 33 Abs. 1 StBGebV i.V.m. Anlage 3 ergeben. Im Übrigen ist die Vergütung des Steuerberaters für die laufende Buchführung das Ergebnis der Verhandlung und der regional üblichen Sätze.

Bildnachweis: © N-Media-Images – Fotolia.com

2 thoughts on “Die Buchhaltung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.