Die Rechnung bei Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers

Verkaufen Unternehmer ihre Waren im Inland oder erbringt z.B. ein Rechtsanwalt eine Beratungsleistung an ein deutsches Unternehmer, wird eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis gestellt. Von diesem Grundsatz gibt es mehrere Ausnahmen. So darf z.B. ein Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer in seiner Rechnung ausweisen. Eine weitere Ausnahme ergibt sich aus der Regelung in § 13b UStG. Hier heißt es, dass bei einer Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers die Rechnung des Leistenden keinen Umsatzsteuerausweis enthalten darf.

Die Rechnung bei Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers

Die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers wird in der Praxis häufig auch als Reverse Charge Verfahren bezeichnet. In diesem Fall braucht der leistende Unternehmer und Rechnungsaussteller keine Umsatzsteuer in der Rechnung ausweisen und muss somit auch nichts an das Finanzamt abführen.

Bei der Ausstellung der Rechnung müssen jedoch einige Besonderheiten beachtet werden. In der Rechnung darf der leistende Unternehmer keine Umsatzsteuer ausweisen. Stattdessen enthält die Rechnung einen Hinweis auf die Anwendung des Reverse Charge Verfahrens durch den Rechnungsempfänger.

Dieser Hinweis kann z.B. lauten:

»In dieser Rechnung wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen, da das Reverse Charge Verfahren gemäß § 13b UStG zur Anwendung kommt«.

Für die anderen Angaben in der Rechnung gelten die Vorschriften des § 14 UStG. So müssen in der Rechnung der vollständige Firmenname des Rechnungsausstellers und des Rechnungsempfängers aufgeführt sein. Online lässt sich auch kostenlos ein Muster für eine Rechnung ohne Umsatzsteuer herunterladen, um keine Angaben zu vergessen.

In welchen Fällen kommt das Reverse Charge Verfahren zur Anwendung?

In 13b Abs. 2 UStG ist aufgeführt, in welchen Fällen die Steuerschuld bezüglich der Umsatzsteuer auf den Leistungsempfänger übergeht. Hierzu zählen z.B. Werklieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer ausführt, der seinen Sitz nicht im Inland hat.

Bauleistungen sind gem. § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG immer nach dem Reverse Charge Verfahren zu behandeln. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings die Leistungen, die eine Planung oder Überwachung des Bauvorhabens betreffen.

Für Gebäudereinigungsleistungen gilt die Anwendung des § 13b UStG nur, wenn die Rechnung an einen Dienstleister gestellt wird, der in derselben Branche tätig ist. In allen anderen Fällen (z.B. bei einem privaten Kunden) muss in der Rechnung des Gebäudereinigers die Umsatzsteuer ausgewiesen sein.

Handelt es sich um komplexe Geschäfte oder bestehen noch wenig Erfahrung mit der Buchhaltung, empfiehlt sich regelmäßig die Beauftragung eines Steuerberaters zur Buchung der Belege. Einen guten Steuerberater in der Nähe findet man z.B. durch Gespräche mit anderen Unternehmern oder durch Plattformen wie steuerberaterscout.de.

Welche Ausnahmen bestehen zur Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers?

Wie im Steuerrecht in Deutschland leider allzu häufig, hat der Gesetzgeber zum oben genannten Grundsatz auch wieder einige Ausnahmen geschaffen, bei denen die Steuerschuld nicht auf den Leistungsempfänger übergeht. Hierzu zählen z.B. die Personenbeförderung, die mit einem Taxi durchgeführt wird. Auch bei der grenzüberschreitenden Personenbeförderung im Luftverkehr findet die Vorschrift des § 13b UStG keine Anwendung. Restaurationsleistungen (Abgabe von Speisen und Getränken), die auf einem Schiff oder in der Bahn ausgeführt werden, müssen ebenfalls mit Umsatzsteuer abgerechnet werden. Hier steht nicht der Verzehr der Speisen im Vordergrund, sondern die Bedienung und die Zurverfügungstellung des Platzes.

Fazit zum Reverse Charge Verfahren

Die Regelung in § 13b UStG regelt das Reverse Charge Verfahren. In diesem Fall ist der Leistungserbringer nicht für die Abführung der Umsatzsteuer an das Finanzamt verantwortlich. Die Steuerschuld wird umgekehrt und geht auf den Leistungsempfänger über. Für die Rechnungsstellung bedeutet dies, dass der leistende Unternehmer keine Umsatzsteuer ausgeweisen darf. Zudem muss das Dokument einen Hinweis enthalten, der den Empfänger der Leistung über die Anwendung des § 13b UStG informiert.

In § 13b Absatz 2 UStG sind die Fälle aufgeführt, in denen das Reverse Charge Verfahren zur Anwendung kommt. Hierzu zählen z.B. die Werkleistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers und alle Bauleistungen.

Ausnahmen von der Umkehr der Steuerschuldnerschaft sind z.B. Personenbeförderungen mit einem Taxi.

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