Vorsicht vor Gewerbeauskunft-Zentrale

Immer wieder findet die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH unter Existenzgründern, Unternehmen und Freiberuflern ahnungslose Opfer für ihr Branchenbuchverzeichnis unter gewerbeauskunft-zentrale.de. Die Betroffenen reagieren auf ein postalisch zugesandtes Eintragungsformular, tragen dort fehlende Firmendaten ein und tappen mit Rücksendung des Formulars ahnungslos in die Abofalle.

Die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH ist eine dieser zahlreichen Branchenbuchanbieter, die sich vor allem unter den im Handelsregister eingetragenen Unternehmen ihre Opfer suchen, aber auch an Freiberufler herantreten. Die Unternehmen und Freiberufler werden mit Zusendung eines Eintragungsformulars aufgefordert, fehlende Firmendaten wie Rechtsform, Branche, E-Mail und Homepage in dem Formular zu ergänzen und dieses an die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH zurückzusenden. Die Basisdaten des Unternehmens oder Freiberuflers wie Firmenname und Anschrift sind bereits voreingetragen. Was die Betroffenen nicht ahnen und auch nicht wollen, ist die Annahme eines Angebotes auf Eintragung in dem Branchenbuchportal „www.gewerbeauskunft-zentrale.de„. Wenige Tage später folgt das böse Erwachen mit Zusendung einer deftigen Rechnung der GWE Wirtschaftsinformations GmbH betreffend den Basiseintrag der Firmendaten unter „www.gewerbeauskunft-zentrale.de“. Wer nicht bezahlt, erhält schon kurze Zeit später eine Mahnung und wird mehr oder weniger deutlich mit Androhung weiterer Schritte aufgefordert, die Rechnung binnen einer kurzen Frist zu begleichen. Es ist kaum zu glauben, aber die GWE Wirtschaftsinformations GmbH hat mit diesem Geschäftsmodell in 2010 laut veröffentlichter Bilanz einen Jahresüberschuß in Höhe von rund EUR 885.000,00 Euro erwirtschaftet.

Wer sich in der Hektik des Unternehmensalltags unwissentlich und nicht gewollt auf das Angebot der GWE Wirtschaftsinformations GmbH zur Eintragung in „www.gewerbeauskunft-zentrale.de“ eingelassen hat, sollte nach Zusendung der Rechnung und der folgenden Mahnungen erstmal Ruhe bewahren. Solange noch nichts gezahlt wurde, bleibt die Angelegenheit im grünen Bereich. Inzwischen hat der BGH mit Urteil vom 26. Juli 2012 (Az. VII ZR 262/11) entschieden, daß die Entgeltklausel bei solchen Angeboten auf Eintragung in Branchenverzeichnissen im Internet deutlich zu erscheinen hat, anderenfalls sie nicht Bestandteil eines Vertrages wird. Weitere erstinstanzliche Entscheidungen der Amtsgerichte folgten, in denen die Klagen solcher unseriöser Branchenbuchbetreiber abgewiesen wurden.

Trotz dieser eindeutigen Entscheidung durch den BGH agiert die GWE Wirtschaftsinformations GmbH offensichtlich weiter mit ihrem fragwürdigen Geschäftsmodell, da unlängst auch einer meiner Mandanten in diese Falle getappt ist und Post von deren Geschäftsführer Sebastian Cyperski erhalten hat. Im Übrigen verweise ich auf das umfangreiche Informationsangebot des Kollegen Ferner unter www.ferner-alsdorf.de, der offenbar bereits eine ordentliche Zahl an Verfahren in dieser Angelegenheit führt oder geführt hat.

One thought on “Vorsicht vor Gewerbeauskunft-Zentrale

  • 14. April 2013 at 22:13
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    Ganz wichtig für alle Selbstständigen. Diese Gesellschaft versucht es immer wieder allen unsauberen Tricks.
    Am besten ist es, Post mit dem Inhalt -Gewerbeauskunftszentrale- sofort in den Papierkorb werfen. Besonders
    Existenzgründer mit wenig Erfahrung sollten aufpassen. Bei Unsicherheit lieber bei IHK oder Handwerkskammer nachfragen.

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