Einzelunternehmen

EinzelunternehmerDas Einzelunternehmen ist die klassische und sehr beliebte Rechtsform für Existenzgründer, die sich ohne weitere Geschäftspartner selbständig machen wollen. Die Rechtsform zeichnet sich vor allem durch geringe Gründungskosten, einfaches Handling und eine flexible Gestaltung der Finanzen aus. Auf der Seite der Nachteile steht jedoch die unbegrenzte Haftung mit Betriebs- und Privatvermögen des Unternehmers. Eine gute Betriebshaftpflichtversicherung mit einer hohen Versicherungssumme ist daher ein Muss für jeden Einzelunternehmen, ggf. in Verbindung mit einer Vermögenshaftpflichtversicherung für beratende Freiberufler, sofern eine solche nicht ohne verpflichtend für die Berufsausübung ist.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die ideale Rechtsform für Unternehmer und Selbständige mit überschaubaren Umsätzen und geringem Haftungspotential und entsteht nicht durch einen expliziten Gründungsakt, sondern vielmehr bereits mit Aufnahme des Geschäftsbetriebes, d.h. mit den ersten unternehmerischen Aktionen, beispielsweise mit der Bestellung von Waren oder der Büro- und Geschäftsausstattung. Dessen ungeachtet ist der Einzelunternehmer verpflichtet, die Aufnahme des Gewerbes bei der örtlich zuständigen Gemeinde mittels Gewerbeanmeldung anzuzeigen. Das Einzelunternehmen wird von einer einzelnen Person geführt, die als Träger der Rechte und Pflichten im Geschäftsverkehr im Vordergrund steht, die erwirtschafteten Gewinne mit niemandem teilen muß, aber auch alleine die volle Haftung trägt. Letztere kann nur im vertraglichen Bereich durch besondere Verträge beschränkt werden. Umso wichtiger ist eine gute Betriebshaftpflichtversicherung, die den Einzelunternehmer im Falle einer Schadensersatzpflicht vor Einbußen und dem Verlust seines gesamten Vermögens schützt, ggf. in Verbindung mit einer Vermögenshaftpflichtversicherung für beratende Freiberufler, sofern eine solche nicht ohne verpflichtend für die Berufsausübung ist. Obwohl der Einzelunternehmer kein besonderes Mindestkapital mitbringen muß, genießt er grundsätzlich eine hohe Kreditwürdigkeit bei Banken, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern. Zahlenmäßig erfolgen die meisten Betriebsgründungen in Deutschland in Form eines Einzelunternehmens oder in der Rechtsform einer GmbH. Häufig realisieren Existenzgründer ihre Geschäftsidee auch zunächst in der Rechtsform eines Einzelunternehmens, um dann mit zunehmendem wirtschaftlichen Erfolg erst später eine Umwandlung in eine GmbH vorzunehmen.

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Der Einzelunternehmer als Kaufmann

Ein Einzelunternehmer wird Kaufmann, wenn er im Handelsregister eingetragen wird oder wenn das Unternehmen einen nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Überschreitet der Einzelunternehmen beim Umsatz oder Gewinn die in § 141 AO genannten Größen, spricht dies für ein kaufmännisches Einzelunternehmen. Auch Umfang und Anzahl der Geschäftsvorfälle, Warenumsatz, Anzahl der Mitarbeiter oder Kunden spielen eine Rolle. Als Kaufmann ist der Einzelunternehmer berechtigt, einen von seinem Vor- und Zunamen abweichenden Firmennamen zu führen. Sehr oft starten Einzelunternehmer mit einem Kleingewerbebetrieb – nicht zu  verwechseln mit dem umsatzsteuerrechtlichen Begriff Kleinunternehmer – und wachsen im Laufe der Jahre in ein kaufmännisches Unternehmen hinein.

Gewinnermittlung und Steuern beim Einzelunternehmen

Der Einzelunternehmer unterliegt zwar den allgemeinen Aufzeichnungs-, Buchführungs- und Rechnungslegungspflichten nach den allgemeinen Vorschriften, aber eine Prüfungspflicht oder Publizitätspflicht besteht unabhängig von den Bilanzsumme – anders wie bei GmbH, UG oder GmbH & Co. KG – nicht. Für die Buchhaltung gelten also die gleichen Regeln wie für alle anderen Rechtsformen auch. Die Gewinnermittlung beim Einzelunternehmen erfolgt in der Regel durch Betriebsvermögensvergleich, d.h. durch Erstellung eines Jahresabschlusses, bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Bei Einzelunternehmen mit geringen Umsätzen und Gewinnen ist gem. § 4 Abs. 3 EStG auch eine Gewinnermittlung durch Einnahme-Überschussrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck (= Anlage EÜR) ausreichend.

Im Rahmen der Besteuerung unterliegt der Einzelunternehmer der Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

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