Personengesellschaften

PersonengesellschaftPersonengesellschaften ist der Oberbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Gesellschaftsformen, bei denen sich mehrere Personen zu einer Gesellschaft zusammenschließen und bei der mindestens eine natürliche Person voll haftet. Die Grundform der Personengesellschaften bildet die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die insbesondere beim Zusammenschluß mehrerer Freiberufler zu finden ist. Besondere Merkmale der Personengesellschaften sind die unbeschränkte Haftung der Gesellschafter sowie die persönliche Mitarbeit im Unternehmen.

Besondere Merkmale der Personengesellschaften

Personengesellschaften charakterisieren sich im Gegensatz zu den Kapitalgesellschaften durch die

  • unbeschränkte Haftung mindestens eines Gesellschafters,
  • persönliche Mitarbeit der Gesellschafter im Unternehmen und
  • Übertragbarkeit der Mitgliedschaft nur mit Zustimmung der anderen Gesellschafter.

Die in der Praxis am häufigsten anzutreffende Personengesellschaft ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gem. §§ §§ 705 ff BGB, die vor allem beim Zusammenschluß mehrerer Freiberufler zu einer Gesellschaft anzutreffen ist. Weitere Varianten und Mischformen unter Beteiligung einer Personengesellschaft sind die

  • OHG (offene Handelsgesellschaft; §§ 105 ff HGB)
  • KG (Kommanditgesellschaft; §§ 161 ff HGB),
  • GmbH & Co. KG,
  • stille Gesellschaft (§§ 230 ff HGB) und
  • Partnerschaft (PartGG).

Infografik: GmbH weiter hoch im Kurs | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wie aus der vorstehenden Infografik aus dem Jahr 2014 zu erkennen ist, ist die GmbH die beliebteste Rechtsform bei den Betriebsgründungen in Deutschland, gefolgt vom Einzelunternehmen und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Die Gesellschafter einer Personengesellschaft

  • verpflichten sich durch den Abschluß eines Gesellschaftsvertrages
  • zur Förderung eines bestimmten Zwecks und
  • bilden hierzu ein sog. Gesamthandsvermögen,
  • das dem Zugriff der einzelnen Gesellschafter entzogen wird.

Grundsätzlich sind bei einer Personengesellschaft alle Gesellschafter zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet, haften im Gegenzug aber auch einzeln und voll für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Ausnahmen hiervon existieren vor allem in der KG bzw. GmbH & Co. KG, wo einzelne Gesellschafter von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind und nur bis zur Höhe ihrer Einlage beschränkt haften. Den Gläubigern einer Personengesellschaft stehen also neben dem Vermögen der Gesellschaft (= Gesamthandsvermögen) auch die einzelnen Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen als Haftungsträger zur Verfügung.

Die Firmierung der Personengesellschaften richtet sich danach, ob diese im Handelsregister eingetragen sind oder nicht. Nach § 105 Abs. 2 HGB sind Personengesellschaften berechtigt, die Gesellschaft unter dem Firmenname im Handelsregister einzutragen, auch wenn kein Betrieb eines Handelsgewerbe erfolgt, z.B. Kleingewerbe oder Vermögensverwaltung. Richtet sich der Zweck einer Personengesellschaft auf den Betrieb eines Handelsgewerbe, muß die Gesellschaft unter einem Firmennamen ins Handelsregister eingetragen werden.

Hinsichtlich der Ertragsbesteuerung einer Personengesellschaft gilt das Einheitsprinzip. Hierfür werden zwar Art und Höhe der zu versteuernden Einkünfte der Gesellschafter auf Ebene der Personengesellschaft ermittelt und festgesetzt (= gesonderte und einheitliche Feststellung), aber auf Ebene der Gesellschafter direkt mit der Einkommensteuer besteuert, unabhängig davon, ob und wann die Gewinne der Personengesellschaft entnommen werden. Ausnahme ist die Gewerbesteuer, bei der die Personengesellschaft gem. § 2 GewStG selbst Besteuerungsobjekt ist.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Unter den Personengesellschaften ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die beliebteste und zahlenmäßig bedeutendste Rechtsform, da sie nahezu unbegrenzt eingesetzt werden kann und sehr flexibel bei der Gestaltung des Gesellschaftsvertrages ist. In der Praxis trifft man die GbR vor allem in folgenden Erscheinungsformen an:

  • Freiberufler-Sozietäten (Rechtsanwälte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten),
  • Praxisgemeinschaften von Ärzten,
  • Arbeitsgemeinschaften im Baugewerbe oder bei Nutzung teuerer Maschinen und Anlagen,
  • Holdinggesellschaften oder
  • Grundstücksgesellschaften.

Welche Rechte und Pflichten mit der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auf Sie zukommen, können Sie in diesem Ratgeber nachlesen. Fragen der Besteuerung werden ebenso geklärt wie zu welchem Zweck eine Gesellschaft gegründet werden kann. Alles in allem ein

>>sehr empfehlenswerter Ratgeber zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts*.

Bildnachweis: © Rido – Fotolia.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.