Vorteile und Nachteile der GmbH

gmbhDie GmbH ist in der Praxis eine der beliebtesten Rechtsformen für kleine und mittlere Unternehmen und nahezu für jeden Zweck geeignet, aber die Vor- und Nachteile sollten nichtsdestotrotz gegeneinander abgewogen werden. Die Rechtsform gehört zu der Gruppe der Kapitalgesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit und wurde bereits 1892 in Deutschland eingeführt, um den Unternehmern im Inland eine vielseitig verwendbare und flexible Rechtsform mit Haftungsbeschränkung zur Verfügung zu stellen.

Die Rechtsform der GmbH

Die letzte umfassende Reform des GmbH-Rechts stammt aus dem Jahre 2008, mit der diese Rechtsform an moderne Anforderungen in der Wirtschaft angepasst wurde und gleichzeitig die Möglichkeiten zum Missbrauch eingeschränkt wurden. Eine der wesentlichen Neuerungen war die Einführung der Mini-GmbH alias Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) für Existenzgründer mit wenig Startkapital oder wenig Finanzierungsbedarf bei Unternehmensgründung. Die GmbH gehört zu der Gruppe der Kapitalgesellschaften, die gegenüber dem Einzelunternehmen und den Personengesellschaften eine Menge Vorteile bieten, aber auch Nachteile. Die nachfolgende Infografik aus dem Jahre 2014 zeigt die zahlenmäßige Verteilung der Betriebsgründungen auf die in Deutschland verfügbaren Rechtsformen, wobei die GmbH und das Einzelunternehmen mehr als die Hälfte aller Betriebsgründungen in Deutschland ausmachen.

Infografik: GmbH weiter hoch im Kurs | Statista
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Vorteile der GmbH

Einer der größten Vorteile ergibt sich aus § 1 GmbHG, wonach sich die Rechtsform der GmbH für jeden gesetzlich zulässigen Zweck einsetzen lässt, sei es in der industriellen Produktion, im Groß- oder Einzelhandel oder im Bereich der Dienstleistungen. Sogar für Freiberufler oder Künstler bietet sie sich als geeignete Rechtsform an. Die Entscheidung zugunsten GmbH fällt jedoch meistens wegen der Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen, womit die zusätzliche persönliche Haftung der Gesellschafter i.d.R. ausgeschlossen ist. In vielen Fällen ist diese Rechtsform auch steuerlich günstiger, da der Unternehmensgewinn der Körperschaftsteuer unterliegt und direkt besteuert wird. Darüber hinaus lässt sich das Gehalt, die Sozialversicherungspflicht und die betriebliche Altersvorsorge des Gesellschafter-Geschäftsführers strategisch gestalten. Die GmbH ist auch die ideale Rechtsform für Unternehmen, in denen die Gesellschafter nicht selbst die Geschäftsführung übernehmen, sondern einen branchenerfahrenen oder technisch versierten Fremdgeschäftsführer damit betrauen wollen. Auch die Unternehmensnachfolge lässt sich so einfacher gestalten.

Zusammenfassend lassen sich die Vorteile wie folgt aufzählen:

  • flexible Gestaltung des Gesellschaftsvertrages,
  • keine persönliche Haftung der Gesellschafter,
  • gewinnmindernde Vergütung bei Mitarbeit im eigenen Unternehmen,
  • hoher Einfluss auf die Geschäftsführung und
  • Möglichkeiten zur betrieblichen Altersvorsorge.

Bei Unternehmen mit hohem Haftungspotential (z.B. im Handwerk, im Baugewerbe oder im produzierenden Bereich) sollten sich die Gründer regelmäßig mit der GmbH als Rechtsform auseinandersetzen.

Nachteile der GmbH

Trotz aller Vorteile gibt es auch einige Nachteile und Gefahren, von denen die meisten auf der Verpflichtung zur strikten Trennung des Gesellschaftsvermögens vom Privatvermögen der Gesellschafter beruhen. Hieraus resultieren eine ganze Reihe formaler Anforderungen, die bei der Gründung, Unternehmsführung und Auflösung der GmbH meist mit zusätzlichen Verwaltungs- und Beratungskosten verbunden sind. Genau diese strikte Trennung zwischen Gesellschaftsvermögen und Privatvermögen der Gesellschafter und die Pflicht zur Kapitalerhaltung überfordern manche Unternehmer mit der Konsequenz, dass sie sich mit dieser Rechtsform unwohl fühlen oder sogar in finanzielle Bedrängnis geraten und im schlimmsten Fall mit dem Strafrecht in Berührung kommen.

Es geht schon bei der Gründung einer GmbH los. Neben einem Stammkapital von mindestens 25.000,00 Euro sind einige kostenpflichtige Formalakte zu erfüllen, angefangen bei der notariellen Beurkundung über die Eintragung ins Handelsregister bis hin zur entsprechenden Veröffentlichung. Auch die Abtretung von Geschäftsanteilen muß stets notariell beurkundet werden.

Kraft ihrer Rechtsform unterliegt sie den Vorschriften des HGB für Kaufleute, woraus sich neben der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht zahlreiche weitere Konsequen ergeben, wodurch sich die Unternehmensführung aufwändiger gestaltet. Auch die grundsätzliche Haftungsbeschränkung auf das Unternehmensvermögen hilft dem Geschäftsführer einer GmbH nicht weiter, wenn dieser seine Pflichten verletzt. Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer kommt neben den Haftungsrisiken wegen Pflichtverletztung noch der Begriff “Verdeckte Gewinnausschüttung” hinzu, der ein beliebtes Thema der Betriebsprüfer ist.

In der Krise erweist sich die GmbH häufig als gefährliche Rechtsform, da neben der Zahlungsunfähigkeit auch die bilanzielle Überschuldung dazu führen kann, daß der Geschäftsführer unverzüglich zum Insolvenzantrag verpflichtet ist. Fehler oder zu langes Warten können in diesem Stadium schnell zur persönlichen Haftung des Geschäftsführers umschlagen.

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