Privatversicherungen für Unternehmer

Selbständige Unternehmer und Freiberufler stehen in der Regel außerhalb des Systems der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie müssen daher für die typischen privaten Risiken in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten entsprechende Privatversicherungen abschließen.

Inhalt:

  1. Notwendiger Versicherungsschutz im Privatbereich
  2. Private Haftpflichtversicherung
  3. Kranken- und Pflegeversicherung
  4. Lebensversicherung
  5. Berufsunfähigkeitsversicherung
  6. Unfallversicherung
  7. (Freiwillige) Arbeitslosenversicherung
  8. Private Altersvorsorge

1. Notwendige Privatversicherungen für Unternehmer

Das Sortiment sinnvoller Privatversicherungen für selbständige Unternehmer und Freiberufler umfasst je nach Bedarf und finanzieller Möglichkeiten folgende Versicherungen:

Die Beiträge für den Versicherungsschutz im Privatbereich sind keine abziehbaren Betriebsausgaben und müssen daher in voller Höhe aus dem Gewinn des Unternehmens finanziert werden. Privatversicherungen sind sowohl im Umfang der Leistungen als auch in der Beitragshöhe sehr unterschiedlich ausgestaltet. Ein sorgfältiger Versicherungsvergleich ist umumgänglich, um den jeweils besten Versicherungsschutz für den eigenen Bedarf einzukaufen.

2. Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist der Basisschutz jeder Privatperson nebst Familie, auf die keinesfalls verzichtet werden darf. Sie schützt den Unternehmer und seine Familie vor dem finanziellen Ruin im Falle der fahrlässigen Verursachung eines Schadens bei einem Dritten. Viele Versicherer bieten Kombiprodukte an, mit denen die Beitriebshaftpflicht und private Haftpflicht gleichzeitig versichert werden können.

3. Kranken- und Pflegeversicherung

Selbständige Unternehmer sind wie alle anderen Bürger verpflichtet, sich entweder über eine gesetzliche oder private Krankenversicherung für den Krankheitsfall abzusichern. Sie haben die Wahl zwischen dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung oder der Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied, falls sie vor der Existenzgründung gesetzlich versichert waren. Diese Entscheidung muss wohl überlegt sein, da beide Varianten mit Vor- und Nachteilen verbunden sind. Wer sich als selbständiger Unternehmer einmal für eine private Krankenversicherung entscheidet, muss mit dieser Entscheidung in der Regel sehr lange leben. Ein Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur noch in Ausnahmen oder über Umwege möglich.

Für Angehörige publizistischer oder künstlerischer Berufe gibt es zusätzlich die Künstlersozialversicherung, bei der die Hälfte der Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung von staatlicher Seite übernommen wird.

Freiwillige Krankenversicherung

Die Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung orientieren sich an der Höhe der gesamten Einkünfte des Versicherten. So fließen in die Berechnung der Beiträge neben dem Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit zum Beispiel auch Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung ein. In jedem Fall ist ein monatlicher Mindestbeitrag zu zahlen, selbst wenn in dem jeweiligen Wirtschaftsjahr ein Verlust realisiert wurde. Die Krankenkasse prüft die Höhe des jährlichen Einkommens regelmäßig durch Einsicht in den aktuellsten Einkommensteuerbescheid. Gegebenenfalls müssen Beiträge für die freiwillige Krankenversicherung nachgezahlt werden oder es ergibt sich eine Erstattung.

Private Krankenversicherung

Die meisten Existenzgründer sind zu Beginn ihrer Selbständigkeit noch recht jung und fühlen sich von den niedrigen, einkommensunabhängigen Beiträgen für eine private Kranken- und Pflegeversicherung zu Recht angesprochen. Ein weiteres gewichtiges Argument für die private Krankenversicherung sind die vielseitigen Versicherungstarife und die besseren Leistungen im Krankheitsfall. Für die jungen Unternehmer mit geringem Einkommen in den Gründungsjahren ist der Basistarif gedacht, der ähnliche Leistungen wie die gesetzlichen Krankenkassen anbietet.

Mit zunehmendem Alter kommen die regelmäßigen Beitragssteigerungen, die den einen oder anderen Unternehmer irgendwann überfordern. In manchen Fällen mag ein Tarifwechsel innerhalb des gleichen Anbieters helfen, in anderen Fällen ein Wechsel zu einer anderen Versicherung. Für manche hilft nur noch ein rechtzeitiger Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

4. Lebensversicherung

Man kann eine Lebensversicherung als

abschließen.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung ist zeitlich begrenzt und schützt insbesondere die Familie vor dem finanziellen Ruin im Todesfall des Unternehmers. Stirbt die versicherte Person, wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Begünstigten ausbezahlt.

Kapital-Lebensversicherung

Bei der klassischen Kapital-Lebensversicherung wird die vereinbarte Versicherungssumme nebst den Erträgen aus dem angesparten Vermögen zum vereinbarten Ablaufzeitpunkt ausgezahlt, entweder an die Begünstigen im Falle des Todes des Versicherten oder an diesen selbst mit Vollendung eines bestimmten Lebensjahres.

5. Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt viele gute Gründe für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Dennoch besitzen nur wenige eine Absicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls. Wer nach 1961 geboren ist, darf vom Staat nicht mehr viel erwarten, wenn er berufsunfähig wird. Allenfalls eine Mini-Rente bei vollständigem Verlust der Arbeitskraft (Erwerbsunfähigkeitsrente) ist unter gewissen Voraussetzungen vorgesehen. Ein dramatischer sozialer Abstieg im Falle der Berufsunfähigkeit ist damit kaum zu vermeiden.

Wer regelmäßig schwere körperliche Arbeiten verrichtet oder seelisch stark belastende Tätigkeiten ausübt, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung gut nachdenken.

Man kann sie in folgenden Varianten haben:

  • Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU, BU);
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) in Kombination mit einer Kapital-Lebensversicherung oder privaten Rentenversicherung.

In beiden Fällen ist die Prüfung der Versicherungsbedingungen extrem wichtig.

6. Unfallversicherung

Die Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zu den vorgenannten Versicherungen.

7. Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Selbständige Unternehmer können sich mit einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung gegen das Risiko der Arbeitslosigkeit absichern, falls die Geschäftsidee nicht wie geplant funktioniert. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung lohnt sich vor allem für Existenzgründer, die aus einer Festanstellung oder aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit wechseln und in den vergangenen 2 Jahren mindestens 12 Monate gesetzlich pflichtversichert waren. Der Antrag bei der für den Wohnort zuständigen Arbeitsagentur muss spätestens 3 Monate nach Existenzgründung gestellt werden.

8. Private Altersvorsorge

Ein unendlich weites Feld ist der Bereich „private Altersvorsorge“, um die sich die meisten selbständigen Unternehmer und Freiberufler voll und ganz selbst kümmern müssen. Ausgenommen sind nur die Berufsgruppen, für die besondere Versorgungswerke oder die Künstlersozialkasse eingerichtet wurden. Darüber hinaus besteht für einige Berufsgruppen eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht, insbesondere freiberuflich tätige Lehrer, Erzieher und Pflegepersonen.

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