Alternative Gründungsformen

Neben der Neugründung eines Unternehmens gibt es noch weitere Gründungsformen, um sich selbständig zu machen und seine finanzielle und persönliche Freiheit als Unternehmer zu finden. Mit dem Unternehmenskauf oder dem Einstieg in ein funktionierendes Franchise-System stehen heutzutage echte Alternativen zur Verfügung. Auch die Fortführung eines bestehenden Unternehmens im Wege der vorweggenommenen Erbfolge oder Unternehmenspacht ist eine denkbare Alternative. Alle Gründungsformen haben ihre Vor- und Nachteile, die man gegeneinander abwägen sollte.

Inhalt:

  1. Neugründung eines Unternehmens
  2. Unternehmenskauf
  3. Franchise
  4. Unternehmenspacht

1. Neugründung eines Unternehmens

Die Neugründung eines Unternehmens durch einen oder mehrere Existenzgründer ist zahlenmäßig wohl die am weitverbreiteste Alternative, um sich mit einer Geschäftsidee selbständig zu machen. Von allen Gründungsformen bietet sie den größten persönlichen, zeitlichen und finanziellen Spielraum. Alles muss von Null aufgebaut werden und sich bewähren, was wiederrum spannend ist und dem jungen Unternehmen bei Gelingen wachsendes Selbstbewusstsein vermittelt. Dank unzähliger Checklisten, Fachbücher und Tools sollte es heutzutage mit etwas Vorbereitung möglich sein, häufigsten Fehler zu vermeiden und die schwierigste Zeit zu überleben.

2. Unternehmenskauf

Der Unternehmenskauf bietet die Chance, ein bestehendes Gebilde zu erwerben. Es werden bewährte Produkte oder Dienstleistunge, geschulte Mitarbeiter und ein bereits vorhandenen Kundenbestand übernommen. Ein Unternehmenskauf ist jedoch in den meisten Fällen ein komplexer Vorgang, der nicht nur das Steuer- und Gesellschaftsrecht berührt. Darüber hinaus ist auch Geschick bei den Verhandlungen gefragt, wenn es um die Bewertung des Unternehmens und somit um den Kaufpreis geht. Für den Neueinsteiger ist vor allem die Analyse und Bewertung der Risiken und Ertragsaussichten in der Zukunft schwierig. Beides ist für eine faire Ermittlung des Kaufpreises wichtig. Das Gleiche gilt die Qualität des Managements und der Mitarbeiter. Ein weiterer Faktor sind Möglichkeiten zum Wachstum und zur Kostensenkung.

Der Unternehmenskauf vollzieht sich in der Praxis meist in den folgenden drei Stufen:

  1. Letter of Intent;
  2. Due Diligence-Prüfung (Checkliste zur Due Diligence-Prüfung;
  3. Verhandlung über den Kaufpreis und -vertrag (Muster Kaufvertrag zum Unternehmenskauf).

Käufer und Verkäufer finden auf der Deutschen Unternehmerbörse ein interessantes Portal mit ständig aktualisierten Angeboten.

3. Franchise

Beim Franchise steht auf der einen Seite ein Franchisegeber, auf der anderen der Franchisenehmer. Ein Franchisevertrag regelt die Nutzung des Geschäftskonzepts innerhalb eines bestimmten Gebiets. Hierfür bezahlt der Franchisenehmer eine vereinbarte Vergütung (Franchisegebühren).

Zu einem guten Franchise-System gehört regelmäßig

  • die Verwendung eines einheitlichen Vertriebsystems,
  • eine einheitliche Betriebs- oder Geschäftsausstattung,
  • ein einheitlicher Firmenname und
  • das einheitliche Auftreten nach außen
  • mittels eines gemeinsamen Symbols oder Marke.

Der Franchisenehmer bekommt ein erprobtes Geschäftskonzept, meist verbunden mit einer langjährig aufgebauten Marke. Idealerweise wird der Franchisenehmer von Anfang an durch kompakte Informationen über Produkte, Preise und Vertrieb fortlaufend geschult und weitergebildet. Das Risiko zu scheitern ist so von Anfang an deutlich minimiert.

Je nach Franchise-System kann sich der Franchise-Vertrag (Ratgeber zur Prüfung eines Franchise-Vertrages) mit seinen ergänzenden Geschäftsbedingungen auch als recht enges Korsett erweisen. Eine Menge Ideen bietet z.B. das Franchise-Portal.

4. Unternehmenspacht

Hin und wieder ergibt sich für einen Existenzgründer mit wenig (Eigen-)Kapital auch die Chance, ein Unternehmen zu pachten. Häufig ist dies bei Handwerksbetrieben, Gaststätten oder Hotels zu beobachten. Ähnlich wie beim Unternehmenskauf ist auch hier eine solide Branchenkenntnis von Vorteil, um die Risiken und Ertragsaussichten zu beurteilen. Bei der Gestaltung des Pachtvertrages sollte man auf die Unterstützung eines Rechtsanwalts nicht verzichten.

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