Einzelunternehmer oder Unternehmensgründung mit Partner

Viele Existenzgründer stellen sich noch in den Startlöchern zur Unternehmungsgründung die Frage, ob sie Geschäftsidee besser als Einzelunternehmer oder im Team mit anderen realisieren. Konzept und Businessplan liegen oft schon bereit, wenn die Zweifel erwachen, ob man dem Ganzen alleine auch wirklich gewachsen ist. An diesem Punkt der Planung erwägen dann einige Gründer, sich zur Unterstützung einen oder mehrere Partner ins Boot zu holen. Doch nicht jeder ist als Team-Player geeignet. Nachfolgend gibt es ein paar Leitlinien zur Entscheidung, ob die Unternehmensgründung besser solo oder mit anderen realisiert werden sollte.

Inhalt:

  1. Einzelunternehmer oder Unternehmensgründung mit Partner
  2. Stärken und Schwächen analysieren
  3. Sinn und Zweck einer Existenzgründung im Team
  4. Vor- und Nachteile einer Unternehmensgründung mit Partnern
  5. Die passende Rechtsform finden

1. Einzelunternehmer oder Unternehmensgründung mit Partner

Wer sich einer Solo-Unternehmensgründung nicht oder noch nicht gewachsen fühlt, sollte bei der Suche nach einem passenden Partner folgende Aspekte beachten:

Nichts ist schlimmer als ein unprofessioneller und unentschlossener Partner. Existenzgründer müssen und voll ganz hinter einer Geschäftsidee stehen. Geschäftspartner und potentielle Kunden dürfen hier keinerlei Zweifel spüren. Idealerweise bringen Mitgründer auch Branchenkenntnisse oder andere wichtige Erfahrungen in die Unternehmensgründung ein.

Potentielle Mitstreiter kann man übrigens auf einschlägigen Events, Messen oder sogar Gründercamps finden. Neben dem wichtigen Austausch über die eigenen Zweifel und Vorstellungen ist es eine vielversprechende Möglichkeit, potenzielle Geschäftspartner zu treffen.

2. Stärken und Schwächen analysieren

Der Erfolg eines Unternehmens ist ganz wesentlich von den persönlichen Voraussetzungen und Eigenschaften der Personen abhängig, die hinter dem Unternehmen stehen. Hierbei ist nicht so entscheidend, ob der- oder diejenigen mit kreativen Gedanken oder sachlichem Verstand gesegnet sind. Viel wichtiger sind ganz andere Faktoren, die erfolgreiche Unternehmer auszeichnen. Den oder die idealen Partner findet man daher am ehesten, wenn sich alle ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind und diese gegenseitig ausgleichen und sich so ergänzen. Folgende Fragen illustrieren, was ich damit meine:

  • Was ist mein Spezialgebiet?
  • Welche Führungseigenschaften bringe ich mit?
  • In welchem Bereich könnte ich hingegen Unterstützung gebrauchen?

Auf diese Weise wird man sich bewusster, welche Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften man sich von einem Unternehmenspartner wünscht.

Es lohnt sich von Beginn an, die Verhaltensweisen der potentiellen Mitgründer zu studieren und objektiv zu analysieren. Darunter fällt der Kontakt mit anderen Menschen, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit oder der Umgang mit Stresssituationen. Diesbezüglich kann man schon viel über seinen Gründungspartner erfahren.

3. Sinn und Zweck einer Existenzgründung im Team

Bei einer Unternehmungsgründung mit Partnern geht es um die optimale Ergänzung. Nicht jeder ist ein Allround-Talent und kann mit Wissen und Erfahrung auf den unterschiedlichsten Gebieten punkten. Wer die nötigen technischen Skills für die Herstellung eines Produktes besitzt, muss beispielsweise noch lange kein Genie bei Vermarktung und Verkauf sein.

Ein Solo-Existenzgründer kann die Aufgaben außerhalb seines Stärken ohne weiteres outsourcen. Die Anfangsphase einer Unternehmungsgründung ist jedoch meistens nicht mit dem nötigen Kapital gesegnet, um solche Dinge an Mitarbeiter oder Dritte zu delegieren.

Genau hier setzt das Partner-Konzept an. Findet man den richtigen Menschen für eine Zusammenarbeit, lassen sich Ressourcen und Talente der Gründer vereinen. Eventuelle Schwachstellen können so von Anfang an minimiert werden, während sich die Arbeitskraft verdoppelt oder vervielfältigt.

Am Anfang muss man die Geschäftsabläufe und Strategie-Konzepte zudem stetig überholen und optimieren. Mit einem Partner ist es möglich, an mehreren Punkten gleichzeitig anzusetzen und so das Unternehmen in die richtige Richtung zu leiten. Gemeinsam kann man Problemstellungen lösungsorientiert angehen und schnelle Entscheidungen treffen. Mit einem ebenbürtigen Partner lassen sich Strategien direkt und ohne Umwege kommunizieren und unmittelbar umsetzen. Treffen individuelle Fähigkeiten des Einzelnen auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, resultiert daraus der Mehrwert bzw. zusätzliches Potenzial.

Alle Gründer müssen einen Sinn für das Miteinander haben. Es geht hier nicht darum, seinem Ego nachzugeben und sich profilieren zu wollen. Für alle Beteiligten gelten dieselben Spielregeln. Jeder bringt seine besten Eigenschaften und speziellen Begabungen mit ein. Hierbei gilt die Erkenntnis: Je verschiedener die Fähigkeiten der Partner sind, desto erfolgreicher verspricht die gemeinsame Arbeit zu sein.

4. Vor- und Nachteile einer Unternehmensgründung mit Partnern

Vorteile einer Partnerschaft Nachteile einer Partnerschaft
Geteilte Verantwortung Ständige und verbindliche Rücksprachen
Geteilte Kosten Weniger Flexibilität in der Art der Unternehmungsführung
Bündelung von Talenten Mögliches Streit-Potenzial in der Umsetzungsphase
Vereinigung der Ressourcen Höhere Kosten bei Unternehmungsgründung
Zusätzliche Arbeitskraft Geteilte Gewinne
Kurze Kommunikationswege Fehlende Kompatibilität, die erst nach längerer Zeit offensichtlich wird
Eventuelle Abgabe unliebsamer Aufgaben Eventuelles Konkurrenz-Denken
Partner kann in Notfällen einspringen
Potenziell größeres Netzwerk an Investoren und Geschäftskontakten

5. Die passende Rechtsform finden

Bei der Unternehmensgründung unterscheidet man zwischen folgenden Rechtsformen:

  • Einzelunternehmen,
  • Personengesellschaften und
  • Kapitalgesellschaften.

Das Einzelunternehmen ist meistens die ideale Rechtsform für Solo-Unternehmer. Der Gründer haftet jedoch uneingeschränkt mit seinem gesamten Vermögen.

Die Grundform der Personengesellschaften ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die wie das Einzelunternehmen mit geringem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Bei Existenzgründern mit etwas mehr finanzieller Freiheit ist die Gründung einer GmbH sehr beliebt, weil sie gegenüber dem Einzelunternehmen und den Personengesellschaften eine Menge Vorteile bietet. Gründer müssen sich jedoch bewusst sein, dass neben dem Mindeststammkapital in Höhe von 25.000 Euro höhere Gründungskosten anfallen und der Verwaltungsaufwand deutlich aufwändiger ist. Eine etwas günstigere Alternative ist die Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt, die eine Vorstufe zur GmbH darstellt.

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