Existenzgründung durch Migranten

Migranten müssen für eine Existenzgründung in Deutschland neben den allgemeinen Vorbeitungshandlungen zusätzliche Voraussetzungen beachten, die sich aus dem Aufenthaltsgesetz bzw. dem Freizügigkeitsgesetz/EU ergeben.

Migranten müssen für den Aufenthalt in Deutschland zur Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit weitere Voraussetzungen beachten, die sich aus dem Aufenthaltsgesetz bzw. Freizügigkeitsgesetz/EU ergeben. Hierbei ist zwischen

  • Staatsbürgern aus einem EU-Mitgliedstaat,
  • Staatsbürgern aus einem der EWR-Staaten,
  • Staatsbürgern der Schweiz und
  • Staatsbürgern aus einem Nicht-EU-Staat

zu unterscheiden.

Staatsbürger aus einem EU-Mitgliedstaat

Staatsbürger aus einem EU-Mitgliedstaat sowie den EWR-Staaten und der Schweiz benötigen für den Aufenthalt in Deutschland keine besondere Aufenthaltserlaubnis und dürfen auch ein Unternehmen gründen.

Staatsbürger aus einem Nicht-EU-Staat

Staatsbürger aus einem Nicht-EU-Staat benötigen für die Einreise nach Deutschland zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit eine besondere Aufenthaltserlaubnis zu diesem Zweck. Dies gilt auch für Staatsbürger aus einem Nicht-EU-Staat, die sich bereits in Deutschland aufhalten und eine Aufenthaltslaubnis zu anderen Zwecken besitzen.

Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der selbständigen Tätigkeit muss

  • ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis bestehen,
  • die selbständige Tätigkeit positive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft erwarten lassen und
  • die Finanzierung der Umsetzung gesichert sein.

Bei der Beurteilung durch die Ausländerbehörde, ob diese Voraussetzungen gegeben sind, kommt es insbesondere auf folgende Faktoren an:

  • Tragfähigkeit der Geschäftsidee,
  • Unternehmerische Erfahrungen der Migrantin bzw. des Migranten,
  • Höhe des Kapitaleinsatzes bzw. der geplanten Investitionen,
  • Auswirkungen der selbständigen Tätigkeit auf die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation in Deutschland,
  • Beitrag für Innovationen und Forschung.

Vor der Entscheidung werden fachkundige Körperschaften, die zuständigen Gewerbebehörden, öffentlich-rechtliche Berufsvertretungen und ggf. die für die Berufszulass zuständigen Kammern miteinbezogen.

Für ausländische Akademiker, die ihr Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bzw. vergleichbaren Ausbildungseinrichtung in Deutschland abgeschlossen haben, gelten erleichterte Voraussetzungen. Das Gleiche gilt für Forscher und Wissenschaftler mit entsprechender Aufenthaltserlaubnis. Beide Gruppen können in Deutschland eine selbständige Tätigkeit aufnehmen, wenn diese im Zusammenhang mit ihren erworbenen Kenntnissen oder Tätigkeiten als Forscher/Wissenschaftler steht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.